Erkelenzer Trainingsprogramm der Daseinskompetenzen (ETD)

daseiko_leitzieleErkelenzer Trainingsprogramm der Daseinskompetenzen (ETD)

Daseinskompetenz hilft mir, - mich in der Schule wohl zu fühlen - zu akzeptieren, dass jeder anders ist - nicht immer nur an mich zu denken - auf Gefühle von anderen zu achten - über mein Lernen nachzudenken - Probleme selbständig zu lösen. Diese Auswahl von Schüleräußerungen stammt aus unserer Schülerbefragung aus dem Schuljahr 2015/16 zum Thema: Wobei hilft mir Daseinskompetenz?

Im Rahmen des „Erkelenzer Trainingsprogramm der Daseinskompetenzen“ erhalten unsere Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, ihre sozial-emotionalen Kompetenzen sowie ihre Lernkompetenzen zu erweitern. Die Schülerinnen und Schüler erfahren auf diese Weise, dass sie etwas bewirken und auch in schwierigen Situationen selbständig handeln können. Diese Einstellung führt zu einem Empowerment, das die individuellen Ressourcen der Lernenden aktiviert. Persönlichen Kompetenzen erweisen sich demnach für unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur als Basis erfolgreicher Lernprozesse, sondern auch als bedeutsame Kraftquellen der Gesunderhaltung und des Wohlbefindens.

Die Abbildung oben zeigt eine Übersicht über Maßnahmen, Instrumente und Methoden des Trainingsprogramms.

 

An abstract  illustration of a silhouetted head with a eureka moment of an idea or a creative thought

Die Welt begreifen:

Um die Welt zu begreifen, müssen Schülerinnen und Schüler ihr Wissensmanagement aufbauen. In unserem Medienzeitalter stehen en Lernenden unendlich viele Wissensinhalte zur Verfügung. Im ETD lernen Kinder wie sie solches Wissen erwerben, strukturieren und auf neue Situationen transferieren.

Der Advance Organizer bspw. hilft den Schülerinnen und Schülern, ihr Vorwissen zu aktivieren und Lerninhalte zu strukturieren. Methoden aus dem Franziskus-Methoden-Koffer wie Mind Map, Placemat, Doppelkreis, Museumsgang etc. unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei Wissensinhalte aufzunehmen, zu verarbeiten und zu behalten. Kooperative Lernformen wie Think-Pair-Share oder Gruppenpuzzle nutzen die Kinder, um sich gemeinsam Lerninhalte zu erarbeiten. Schließlich dienen Reflexionsmethoden wie Reflexionstafel, Lernbogen und Lerntagebuch dazu, über den Lernprozess nachzudenken und das eigene Lernen weiterzuentwickeln.

Auf diese Weise lernen Kinder nicht nur auf den nächsten Test ausgerichtet, sondern nachhaltig für die Gestaltung ihrer eigenen Lebenswelt.

Young boy at school thinking about problem solution. Inspiration concept.

Das Leben meistern:

Um ihr Leben zu meistern, benötigen Kinder ein stabiles Selbstkonzept. Dieses erlangen sie, indem sie sich zunächst ihrer eigenen Gefühle und Gedanken bewusst werden. Im Rahmen der Trainingsmodule des ETD lernen sie deshalb ihre eigenen Gefühle zu erkennen, zu benennen und zu steuern. Sie lernen, wie sie Wege aus der Wut finden oder wie sie mit stressigen Situationen umgehen. Sie versetzen sich in die Lage des anderen, um Verständnis für sein Denken und sein Verhalten zu erlangen. Schüler erkennen, dass das gesprochene Wort verletzen kann, Konflikte auslösen, aber auch beruhigen und trösten kann. Auf diese Weise erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Selbstkonzept, was nicht nur ihr individuelles Lernen unterstützt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu ihrer Gesunderhaltung leistet.

„Lernen durch Lehren“

Neben den Trainingsmodulen wird den Schülern im ETD zur Erweiterung ihrer Selbstkompetenz die Lernmethode „Lernen durch Lehren“ (LdL) angeboten. Diese unterstützt Schüler in ihrer Fähigkeit, Verantwortung für ihr Lernen und das ihrer Mitschüler zu übernehmen. Indem der Schüler eine Lernsequenz für seine Mitschüler aktiv ausarbeitet, entwickelt er Handlungsstrategien hinsichtlich des selbstgesteuerten Gestaltens von Lernprozessen und erweitert auf diese Weise seine Lernkompetenz. Beim LdL schlüpft der Schüler in die Rolle des Lehrers. Er bereitet in Abstimmung und mit Unterstützung der Lehrperson den Ablauf der Unterrichtsstunde vor, formuliert die Lernziele der Unterrichtseinheit, stellt die Materialien zusammen und bahnt die abschließende Bewertung der Lernleistung der Schüler an.

Photo of happy girls with handsome lads in front smiling at camera

Gemeinsam die Welt gestalten

Um gemeinsam mit ihren Mitschülern die (Schul-)Welt zu gestalten, benötigen die Kinder soziale Kompetenzen und Kooperationsfähigkeit. Die Trainingsmodule des ETD ermöglichen den Schülerinnen und Schülern im geschützten Raum der Schule ihre Beziehungskompetenzen zu entwickeln, indem sie lernen höflich und verständlich miteinander zu reden, sich gegenseitig zu unterstützen und Konflikte friedlich und fair zu lösen. Durch den Einsatz kooperativer Lernformen, erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass sie im Team stärker sind.

„Lernen durch Engagement“ (LdE)

Die Methode des „Lernen durch Engagement“ bietet Schülern die Möglichkeit durch zivilgesellschaftliches Handeln, Eigenverantwortung, Problemlösefähigkeit und bürgerschaftliches Engagement zu entwickeln. Das LdE bindet die Schüler im Rahmen von Projektarbeit in Aufgaben innerhalb der Gemeinde ein. Dabei erwerben diese sowohl Fachwissen als auch Methoden- und Reflexionskompetenz. Durch die konstruktive Zusammenarbeit mit Gruppierungen und Institutionen der Region erfahren die Schüler, dass sie durch ihr persönliches Engagement Dinge ändern oder verbessern können. Sie lernen, unter Einsatz ihrer individuellen Fähigkeiten, authentische Probleme in realen Situationen zu lösen.